Mahlgrad einstellen am Siebträger So findest du konstant richtig guten Espresso

Mahlgrad einstellen am Siebträger

Mahlgrad einstellen am Siebträger So findest du konstant richtig guten Espresso

So findest du konstant richtig guten Espresso

Wenn Espresso zuhause schwankt, liegt es sehr oft nicht an der Bohne und auch nicht an der Maschine. Es liegt am Mahlgrad. Der Mahlgrad entscheidet, wie schnell Wasser durch das Kaffeemehl fließt und wie viel Geschmack dabei gelöst wird.

Zu grob bedeutet meist: Das Wasser läuft zu schnell durch, der Espresso wirkt dünn und oft spitz.
Zu fein bedeutet meist: Das Wasser kommt nur langsam durch, der Espresso wird schnell trocken und bitter.

Die gute Nachricht: Du brauchst kein Rätselraten. Du brauchst einen stabilen Startpunkt und eine einfache Logik zum Nachstellen.

1 Was der Mahlgrad wirklich macht

Espresso ist im Kern Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffeemehl. Der Mahlgrad steuert diese Kontaktzeit sehr stark.

Feiner mahlen bremst den Durchfluss. Das führt meistens zu mehr Extraktion.
Gröber mahlen beschleunigt den Durchfluss. Das führt meistens zu weniger Extraktion.

Wichtig: Kleine Veränderungen reichen oft. Stell immer nur in kleinen Schritten nach.

2 Ein Startpunkt der sich bewährt hat

Als Einstieg hat sich bei sehr vielen Baristi diese Orientierung bewährt:

Dosis: 18 bis 20 Gramm im Sieb
Getränkemenge: ungefähr das Doppelte in der Tasse, also rund 36 bis 40 Gramm
Zeit: ungefähr 25 bis 30 Sekunden

Das ist kein Naturgesetz. Es ist ein Startpunkt, der dir schnell eine stabile Basis gibt. Danach entscheidest du mit Geschmack und Durchlauf.

Wenn du zum Beispiel 16 Gramm nutzt, dann starte mit 32 Gramm in der Tasse und ähnlicher Zeit.

3 Diagnose nach Zeit und Geschmack

Jetzt kommt der Teil, der dich wirklich schnell ans Ziel bringt. Du brauchst nur zwei Beobachtungen: Zeit und Geschmack.

Fall A Der Espresso läuft zu schnell

Typisch: Du erreichst die Zielmenge deutlich unter 25 Sekunden.
Geschmack: oft spitz, unreif, manchmal leicht salzig wirkend, insgesamt dünn.
Was du tust: Mahlgrad feiner stellen.

Fall B Der Espresso läuft zu langsam oder tröpfelt

Typisch: Du brauchst deutlich über 30 Sekunden oder du bekommst die Zielmenge kaum raus.
Geschmack: oft bitter, trocken, streng, manchmal wie zu viel Röstaroma.
Was du tust: Mahlgrad gröber stellen.

Fall C Die Zeit passt aber der Geschmack nicht

Das passiert oft und ist normal. Dann steuerst du über die Menge in der Tasse.

Wenn es trotz passender Zeit zu spitz bleibt: Zieh etwas mehr in die Tasse. Beispiel 18 Gramm rein und statt 36 eher 40 bis 45 Gramm raus.
Wenn es trotz passender Zeit zu trocken wird: Stoppe etwas früher. Beispiel 18 Gramm rein und statt 36 eher 32 bis 34 Gramm raus.

Das ist eine einfache Art, den Geschmack zu verschieben, ohne sofort alles an der Mühle zu zerlegen.

4 Der häufigste Grund für Chaos ist Channeling

Channeling bedeutet: Das Wasser findet kleine Tunnel durch den Puck. Dann wird ein Teil des Kaffeemehls überextrahiert und ein anderer Teil unterextrahiert. Das Ergebnis kann gleichzeitig bitter und spitz schmecken, obwohl die Zeit auf dem Papier gut aussieht.

  1. Verteile das Kaffeemehl im Sieb gleichmäßig
  2. Tamp gerade und ohne Schieflage
  3. Achte darauf, dass kein Kaffeemehl am Rand zwischen Sieb und Dichtung liegt
  4. Halte Brühgruppe und Duschsieb sauber

Wenn der Bezug spritzt, wenn der Fluss stark ungleichmäßig aussieht oder wenn der Geschmack widersprüchlich ist, ist Channeling oft der wahre Täter.

5 Röstgrad beeinflusst wie empfindlich dein Kaffee reagiert

Helle Röstungen brauchen häufig etwas mehr Extraktion, damit sie süß und rund werden.
Dunkle Röstungen geben Geschmack schneller ab und werden bei zu langer Extraktion schneller trocken und bitter.

Das bedeutet praktisch:
Bei dunkler Röstung lieber nicht endlos länger laufen lassen, sondern eher minimal gröber oder etwas früher stoppen.
Bei heller Röstung lieber nicht zu früh stoppen, sondern eher etwas mehr in die Tasse ziehen oder minimal feiner.

6 Mini Routine damit du konstant bleibst

Wenn du eine neue Bohne öffnest, mach dir das Leben leicht:

Erster Shot ist nur zum Einstellen
Dann mach zwei weitere Shots mit kleinen Korrekturen
Wenn es passt, notiere drei Werte: Dosis, Getränkemenge, Zeit

Und noch ein Punkt, der viele überrascht: Kaffee verändert sich nach dem Öffnen und mit zunehmendem Alter. Es ist normal, dass ein Kaffee mit der Zeit schneller laufen kann. Dann musst du häufig minimal feiner stellen, um wieder bei deinem Ziel zu landen.

Fazit

Der Mahlgrad ist der größte Hebel für Espresso zuhause. Wenn du mit einem stabilen Startpunkt arbeitest und nur kleine Schritte verstellst, bekommst du schnell konstante Ergebnisse. Und wenn du bitter und spitz gleichzeitig im Glas hast, denk zuerst an Channeling, nicht an Panik.

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