Ein Kaffeemärchen. Käffchen und der böse Koffeinräuber

Es war einmal ein junges Mädchen, das trug immer ein rotes Tuch auf dem Kopf. Darum nannten es alle nur Käffchen. Es lebte mit seiner Mutter in einem kleinen Haus am Rande eines duftenden Waldes, in dem die Luft am Morgen nach frisch gemahlenem Kaffee roch.

Eines Tages sagte die Mutter:
„Käffchen, deine Großmutter ist heute etwas müde. Bring ihr doch diesen Korb mit feinen Espressobohnen und etwas Cantuccini. Aber bleib auf dem Weg und vertrödle dich nicht.“

„Natürlich, Mama“, sagte Käffchen, nahm den Korb und machte sich auf den Weg.

Der Pfad führte durch den stillen Wald, vorbei an alten Bäumen und kleinen Lichtungen, auf denen die Sonne warm durch die Zweige fiel. Käffchen blieb hier und da stehen, weil es so herrlich nach gerösteten Bohnen duftete, und dachte daran, wie sehr sich die Großmutter über einen guten Kaffee freuen würde.

Da trat plötzlich der böse Koffeinräuber aus dem Gebüsch. Er war listig, geschniegelt und roch nach schlechtem, abgestandenem Kaffee.

„Guten Morgen, kleines Käffchen“, sagte er mit falscher Freundlichkeit. „Wo willst du denn hin?“

Käffchen, das freundlich war und nichts Böses ahnte, antwortete:
„Zu meiner Großmutter. Sie wohnt hinter der alten Rösterei, im Häuschen mit dem kupfernen Espressokocher.“

„Und was trägst du in deinem Korb?“, fragte der Koffeinräuber.

„Feine Espressobohnen und Cantuccini, damit sie wieder munter wird.“

Da dachte der Räuber bei sich: Diese Bohnen hätte ich lieber selbst.

Er lief einen anderen Weg entlang und war viel schneller bei der Großmutter als Käffchen. An der Tür klopfte er und rief mit verstellter Stimme:


„Großmutter, ich bin’s, Käffchen.“

„Dann komm nur herein“, rief die Großmutter.

Der Koffeinräuber trat ein, sperrte die Großmutter in die Vorratskammer und setzte sich ihre Haube auf. Dann legte er sich ins Bett und zog die Decke bis unter die Nase.

Wenig später kam Käffchen an.

„Großmutter?“ rief es vorsichtig.

„Komm nur näher“, sagte der Räuber mit verstellter Stimme.

Käffchen trat an das Bett heran und sah die Großmutter verwundert an.

„Großmutter, warum hast du denn so große Augen?“

„Damit ich die Kaffeebohnen besser sehen kann.“

„Großmutter, warum hast du denn so große Ohren?“

„Damit ich das Mahlen der Bohnen besser hören kann.“

„Großmutter, warum hast du denn so große Hände?“

„Damit ich die Espressokanne besser halten kann.“

Käffchen runzelte die Stirn.

„Großmutter, warum hast du denn so einen großen Mund?“

Da sprang der Koffeinräuber auf und rief:
„Damit ich deinen Kaffee und dein Gebäck verschlingen kann!“

Doch in genau diesem Moment flog die Tür zur Vorratskammer auf. Die Großmutter hatte sich befreit. In der Hand hielt sie ihren schweren Espressokocher und rief:
„Nicht mit uns, du elender Kaffeedieb!“

Käffchen reagierte blitzschnell und warf dem Räuber eine Handvoll frisch gemahlener Bohnen ins Gesicht. Die Großmutter stellte sich ihm in den Weg, und der Koffeinräuber stolperte rückwärts über den Korb, fiel zu Boden und konnte entkommen nur, indem er ohne Beute aus dem Haus lief.

So jagten sie ihn davon, und er wurde im ganzen Wald nie wieder gesehen.

Dann setzten sich Käffchen und die Großmutter an den Tisch, mahlten die Bohnen frisch und bereiteten sich einen herrlich duftenden Espresso zu. Dazu aßen sie Cantuccini und lachten über das Abenteuer.

Und wenn sie nicht gerade Kaffee trinken, dann erzählen sie noch heute davon.

Ende

"Bilder und Texte wurden mit KI-Unterstützung erstellt"

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